IHK Lüneburg-Wolfsburg

IHK Lüneburg-Wolfsburg
IHK Lüneburg-Wolfsburg
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IHK Lüneburg-Wolfsburg
IHK Lüneburg-Wolfsburg
Status
Wettbewerbsentwurf
Typologie
Büro
Bauherr
IHK Lüneburg-Wolfsburg
Zeitraum
April 2014

Hochbaulicher Ideenwettbewerb | 3. Preis
in Zusammenarbeit mit Carl-Peter von Mansberg


STADTRÄUMLICHE SITUATION

Die in diesem Wettbewerb geforderten Planungsüberlegungen sind auf das Ziel gerichtet, die Chancen für eine nachhaltige Neuorganisation der Büro- und Arbeitsbereiche bei gleichzeitig spürbarer Vergrößerung des Flächenangebotes zu untersuchen und darzustellen. Dazu mag es nützlich sein, sich noch einmal über die historische Bedeutung dieses Standortes für die Kammer und die Stadt Klarheit zu verschaffen. Wenn man von Osten über die alte Brücke (pons) kommend, die St. Johannes Kirche hinter sich lassend, den vielleicht schönsten Platz Norddeutschlands „Am Sande“ betritt, fällt der Blick unweigerlich zuerst und vor allem auf den berühmten Doppelgiebel der IHK am oberen Ende dieses großartigen Raumes. Ein zentrales Gegenüber- einmalig in dieser Stadt- an der Gabelung zweier historisch bedeutsamen Wege: der eine zum Berg (mons)mit der Burg,die Grapengießer Straße, der andere zur Salzquelle (fons), die Heiligengeiststraße.

Die Antwort auf diese Situation könnte sein: Die beiden Frontbauten mit ihrer für diese Stadt typischen Zusammenstellung von schmal und breit als Folge der überkommenen Parzellenstruktur sind, wie ausgesprochen, mit ihrer Architektur unantastbar. Gleichwohl erscheint es wünschenswert, sozusagen als Reaktion auf die besondere Stellung in der Achse des Platzes, die große Bewegung im Innern des großen Hauses aufzunehmen und fortzusetzen durch Wiederherstellung der typischen Lüneburger Diele mit eingehängter Galerie seitlich,ehemals mit Döns, Kammer und Küche, jetzt mit Besucherwartebereich, Empfang und Aufgang auf die Zwischenebene mit Beratungsplätzen und Besprechungsraum. Aus der Halle gelänge so auch der direkte Zugang zum großen, auch für die Öffentlichkeit bedeutsamen großen Saal!

Die zur Grapengießer Straße hin sich öffnende Eingangshalle bietet ausreichende Flächen für Garderobe, Ausstellung und Empfang. Dem alten, neuen Saal dient sich- jetzt sich nach zwei Seiten öffnend- im Süden ein Lichthof mit Nebenflächen als Pausenzone an, auch für den gegenüberliegenden neuen Plenarsaal.
Die neuerlich vergleichsweise großen Öffnungen zur Grapengießer Straße nehmen Bezug auf das in dieser Straße übliche Maß der Erdgeschosszonen. Die Zwischenebene der Eingangshalle setzt sich, wie heute im Süden, als Einzelbüro-Galerie entlang der Heiligengeiststraße fort. Die darüber folgenden Bürogeschosse sind ebenengleich untereinander mit dem historischen Gebäude verbunden und werden neben zwei zusätzlichen Treppenhäusern zentral über die Haupttreppe mit Fahrstuhl erschlossen. Das an den „Zelle- Bau“ unmittelbar anschließende „ Holthey-Gebäude“ sollte erhalten und im Innern für die neue Nutzung angepasst werden, durchaus auch als eine Referenz an diesen Lüneburger Architekten, der eine Reihe durchaus denkmalwürdiger Bauwerke in dieser Stadt zurückgelassen hat.


BAUKÖRPERLICHE UND RÄUMLICHE KONSEQUENZEN

Die Kombination aus Umbau (Halle), Aufstockung (Grapengießer Straße) und Abbruch mit Neubau, mit veränderter Traufhöhe einhergehend (Heiligengeiststraße), ergibt einen spürbaren Flächenzuwachs, befindet sich aber durchaus im Einklang mit den benachbarten hohen Giebeln und der Betrachtungserfahrung in der historischen Kernstadt.
Das meint auch den manchmal jähen Wechsel nicht nur von schmal auf breit, sondern ausdrücklich auch von niedrig auf hoch. Die Fassaden werden mit hellem, geschlämmten Ziegel belegt, um eine Verwandtschaft und gleichzeitige respektvolle Distanz zu den Altgebäuden der IHK aufzubauen.


GESTALTUNGSKONZEPT

Der Entwurf spielt,mit einem 1.25 m Büro- Raster im Hintergrund, mit Mauerpfeilern in unterschiedlichen Abständen und Rhythmen, plastisch durch Pfeiler im vertrautem Spiel von Licht und Schatten, in der Schrägansicht eher Geschlossenheit signalisierend.In der Heiligengeist Straße bleibt die historische Parzelle im Rhythmus der Pfeiler erkennbar. Am westlichen Ende spiegelt die Fassade den schmalen Grundstückszipfel wieder, der sich aus der Nachbarparzelle ergibt, ein willkommener Anlass innezuhalten, und ein Endhaus als Übergang zum anschließenden Gebäude zu schafffen. Poststelle mit Stauraum, aber auch ein Seminarraum und ein kleiner Hörsaal können hier ihren Platz finden.